Vita

Portrait1942  geboren in Bozen

1962 – 1968  Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, Diplom

1970  Gründungsmitglied der Kunstwerkstatt „Kinderforum van de Loo“, München

1972 – 1977  Studium der Soziologie und Sozialpsychologie an der Ludwig Maximilian
Universität München, Diplom

1978  Gründungsmitglied der Malgruppe WeibsBilder, München

1983 – 1988  Kunsterzieherin am bilingualen Gymnasium „Escola Corcovado“, Rio de Janeiro

1989 Gründungsmitglied des Vereins „Salve Floresta“, Projekt zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes, Tapirai (Sao Paulo), Belem, München

 

Von Bildern.

Die Welt bewegt sich, reges Reiseleben auf dem Globus, reisen wir nicht selbst, machen wir die Bewegung durch die Medien
mit oder schicken unsere Bilder um die Welt. Es lagern sich uns Bruchstücke von Bildern aus fernen Ländern, Kulturen und Unkulturen,
Bilder von Katastrophen fernen und nahen Geschehens ein. Bild auf Bild, Bild gegen Bild. Die Bilderflut verschließt uns die Augen.
Ferne Tatorte schicken uns die Spiegelbilder unseres Wirkens zurück. Am liebsten stellen wir uns taub und blind. Verdrängte Bilder
schieben sich in die Bilder unserer eigenen Erlebniswelt. Auch Träume von einer besseren Welt scheinen ausgeträumt.

Stellungnahme mit einem gemalten Bild?
Mir geht es um das Zusammensetzen von Bruchstücken der ausgeträumten Bilder.
Hervorholen, Schicht um Schicht, unbewusst bewusst gesammelt, Versatzstücke neu zusammengepasst, ineinandergetürmt äußere
und innere Geschichte. Persönliche Erinnerungen und Phantasien in Fluss gesetzt durch Ketten der Assoziation.

Geschichten von Erlebtem oder des Hörensagens.Dem Beschauer möchte ich in meinen Bildern seine Assoziationsfreiheit lassen und
auffordern eigene innere wie äußere Bildwelten zu entdecken.

Meine verschiedenen Lebensräume, die Kinder- und Jugendjahre auf der Alpensüdseite, Studienjahre in Graz und München, die Zusammenarbeit im Malkollektiv WeibsBilder und der lange Aufenthalt in den Tropen haben meine Bildsprache sehr beeinflusst. Flamboyantes
Leben (Lieblingsbaum Flamboyant), zielgerichtete Neugier auf das Leben in den Tropen und der Tropicalismus haben sich nachhaltig auf meine Bilder ausgewirkt. Figurationen und Farbräume entstanden und entstehen meist in diesem Kontext. Zunehmend gesellten sich zu
den gestisch gemalten Bildern Collagen, die mir ermöglichen Bruchstücke und neu hinzukommende thematische Versatzstücke zusammenzufügen. Handgeschöpfte Papiere aus vertrockneten Bananenblättern haben mich dazu gebracht lange Jahre die wundervolle Bananenstaude und ihre Früchte bildlich zu erforschen. In den Collagen und auf den Tafelbildern verwende ich vielfach Ausschnitte aus Tageszeitungen als
Bezug zum Zeitgeschehen. Aufgetragene rote brasilianische Erde stellt Bande zum fernen Land her und soll den Status Quo der Erde benennen, wie in den Serien „terra infirma“ und „finisterre“. Das viel verwendete Grün und Blau in der Serie „giardini“ steht
als Kontrapunkt zur Materialität der roten Erde. Diese dient mir in den Bildern auch als Boden für das Wachstum faszinierender
Pflanzen – Welten. Gibt es ein Paradies auf Erden?

Ja, in kurzen Augenblicken des Glücks, des Schauens, Staunens und Erkennens, und auf Bildern.