Guaraná 1990 – 1995

Was die Augenfrucht angeht – die Guaraná der amazonischen indigenen Völker, die in Brasilien eine lange Tradition als Muntermacher, Aspirin-, Kaffee- und Coca Cola- Ersatz hat – so war sie für Alrun Prünster Soares offenbar eine Art Aha-Elebnis…….
Das Faszinosum hat viele Facetten, die die Malerin während ihres Forschungsprozesses zu benennen gelernt hat: die Farbenpracht – schwarzweißes Fruchtfleisch und tiefrot schimmernde dicke Schale, die übergroße strotzende Frucht wirke „total erotisch, glotzend“, aber so fragt sie sich, vielleicht auch wachsam, prüfend. Jedenfalls habe die Augenfrucht sie während der Arbeit von überallher prüfend betrachtet, sagt die Malerin, sie habe sich beobachtet gefühlt – und vielleicht hat sie deshalb auch als Titel für diese Bilderserie die Metapher vom „geheimnisvollen Leben der Pflanzen“ gewählt……

Dr. Inga Hosp
Schriftstellerin, Publizistin Klobenstein am Ritten 1996
Eröffnungsrede zur Ausstellung “Guaraná die Augenfrucht”